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Montag, 6. Oktober 2014

Mini Eid Outfit

 

Eid mubarak! Ich hoffe, ihr habt Eid gut verbracht. Ich habe leider keine Bilder davon, was ich an Eid getragen habe. Morgens, als wir in der Moschee waren, habe ich keine gemacht, weil ich das selbe Outfit wie hier getragen habe (und für was Bilder machen, wenn ein simpler Link genügt?). Abends habe ich ein anderes Kleid getragen, aber ich war so beschäftigt, alles vorzubereiten, dass ich nicht dazu gekommen bin, Photos zu machen. Na ja, dafür kriegt ihr ein paar Fotos von Freunden und Familienangehörigen. Nummer eins: Mini-Eid-Outfit, Belutschi Style.

Eid mubarak! I hope you had a nice Eid. Unfortunately, I don't have any pictures of what I wore on Eid. In the morning when we went to the mosque I didn't take any because I wore the same outfit as here (so why take pictures if a link will do?). I wore another dress in the evening, but I was to busy preparing things to take pictures. Anyhow, you'll get some pictures of family and friends instead. Number one: mini Eid outfit, Balochi style.


Traditionell gehört zu dem Oberteil noch eine weite Shalwar-artige Hose, die das Kind auf dem Foto aber nicht trägt. || Traditionally this top is worn with loose shalwar-like trousers (which the child in the picture was not wearing though).

Dienstag, 17. September 2013

Black is beautiful

Wenn eines kleines Mädchen von der Schule nach Hause geschickt wird, weil "Dreadlocks, Afros, Irokesenschnitte und andere trendige Frisuren" von ihrer Schule als "nicht akzeptabel" angesehen werden...

Könnte man einfach sagen: "Na ja, so sind halt die Vorschriften".

Oder: "Ok, aber muss sie das unbedingt tragen?".

Oder: "Aber es sieht schon ein bisschen unordentlich aus".

Oder man könnte sehen, dass das ungerecht ist, diskriminierend und mal wieder ein Fall von einer Mehrheit, die definiert, was akzeptabel, was die Norm, was schön ist.


If a young girl is being sent home from school because “dreadlocks, afros, mohawks, and other faddish styles”are considered "unacceptable" by her school...

You could just say: "Well, if it's part of the dress code". 

Or "Ok, but does she really need to wear this?". 

Or "But it does look kind of messy".

Or you could see that this is injust, discriminatory and yet another case of a majority defining what is acceptable, what is the norm, what is beautiful.
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Sonntag, 30. Juni 2013

Beste Freundin / Deutsch-türkischer Hijab-Style || Best friend / German-Turkish hijab style

Ich hatte nie nur eine beste Freundin. Das hat sich, seit meiner Kindheit, nicht geändert. Hasret ist eine meiner besten Freundinnen.

I've never only had one best friend. And that hasn't changed since I was a child. Hasret ist one of my best friends.
 

Hasret kam als Siebenjährige nach Deutschland. Sie ist die älteste von drei Geschwistern und die erste (und einzige) in ihrer Familie, die studiert hat. Sie ist Mitte vierzig und arbeitet als Ärztin.

Hasret came to Germany when she was seven. She is the eldest of three siblings and the first (and only) member of her family to have gone to university. She is in her mid-forties and works as a doctor.

Als ich begann Hijab zu tragen, habe ich es in den ersten Tagen auf die türkische Art getragen. Hasret hat immer Schals (und keine Tücher) getragen. Hijab auf die türkische Art zu tragen wäre ihr nie in den Sinn gekommen - das war für sie etwas für die Generation ihrer Mutter.

When I started to wear hijab, in the first years I wore it the Turkish way. Hasret has always worn shaylas. She would have never worn hijab the Turkish way - which she associated with her mother's generation.


Im Sommer gehören weiße Tuniken zu meinen Lieblingskleiderstücken. Sie sind bequem, leicht, passen zu allem und können je nachdem, mit was man sie kombiniert, eher schick oder ganz locker gestylt werden.

In summer, white tunics are amongst my favourite clothing items. They are comfortable, light, versatile and can be dressed up or down.


Und wenn du den Großteil deines Tages einem Kleinkind hinterher rennst, wie Hasret das tut, dann gibt es als Hijabi kaum etwas Praktischeres als eine Tunika.

And if you run after a toddler for most of the day, as Hasret does, for a hijabi there is hardly anything as practical as a tunic.


Deutschland, Sommer 2013 || Germany, summer 2013

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Samstag, 22. Juni 2013

Mamas Dilemma || Mummy's dilemma

Meine Tochter, ihr Kopftuch und ich ||
My daughter, her head scarf and me
 

Du glaubst also, dass Hijab aus der Überzeugung, dass es von Gott vorgeschrieben und Teil dieses Dins ist, getragen werden sollte?

Du denkst, dass eine Frau die Entscheidung, sich zu bedecken (oder auch nicht), aus freiem Willen treffen sollte.

Du erklärst, dass es bewusster Akt, eine informierte Entscheidung, eine wohl durchdachte Wahl sein sollte.

So you believe hijab should be worn out of the conviction that it is prescribed by God and part of this deen?

You think a woman should make the decision to cover (or not) of her own free will. 

You explain it should be a conscious act, an informed choice, a well thought through decision.

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Und nein, natürlich sollen Kinder kein Hijab tragen. Es gibt keinen Grund dafür. Ein kleines Mädchen ist keine Frau, da gibt es nichts, was zu bedecken wäre.

Du weist auf die Gefahr, kleine Mädchen durch eine aufgezwängte Kleiderordnung zu übersexualisieren und ihre Körper zu objektifizieren, hin.

Du unterstreichst das Risiko, dass sie eines Tages, wenn sie alt genug sind, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, von Hijab nichts mehr wissen wollen, weil es ihnen aufgezwungen wurde, als sie noch Kinder waren (und damit sowieso nicht verpflichtet, es zu tragen). Du erwähnst, dass sie so eines Tages das Bedürfnis entwickeln könnten, all die Dinge, die ihnen als Kinder veweigert wurden, später nachzuholen.

And no, of course, children should not be made wear hijab. There is no reason for it. A little girl is not a woman, there is not anything worthy covering.

You stress the danger of oversexualising little girls and objectifying their bodies by imposing hijab on them. 

You highlight the risk of them abandoning hijab altogether (once they are old enough to make their own choices) because it was forced on them when they were children (and not required to wear it anyway). You mention they might feel the need one day to catch up on all the things that were denied to them as children.

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Und dann bittet dich deine kleine Tochter, ihr ein Kopftuch umzubinden, und als es Zeit ist, das Haus zu verlassen, weigert sie sich, das Tuch auszuziehen.

Was tust du?

And then your little daughter asks you to put on a head scarf on her, and when it is time to leave the house she refuses to take the scarf off.

What do you do?

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Es war nicht das erste Mal, dass mir das passierte. Beim letzten Mal, vor anderthalb Jahren (P-linchen war noch jünger als sie es jetzt ist!), lebten wir in Wien in einem Teil der Stadt, in dem Kopftuch tragende Musliminnen ein alltäglicher Anblick waren. Wir wollten zum Abendessen eine Gruppe türkischer Freunde in einem türkischen Restaurant treffen. Als das P-lichen darauf bestand, das Kopftuch, das sie mich vorher gebeten hatte, ihr umzubinden, damit sie "wie Mama beten" konnte, anzubehalten, versuchte ich eine Weile, ihr die Idee wieder auszureden, aber gab schließlich nach und erlaubte es ihr. Unsere Freunde, von denen der Großteil selbst Hijab trug, waren ganz begeistern vom P-linchen in ihrem kleinen rosa Kopftuch (sie sah aber auch süß aus damit!) - doch selbst sie waren erstaunt, als ich ihnen später erzählte, dass es P-linchens Wunsch gewesen war, das Tuch zu tragen und dass ich anfangs überhaupt nicht begeistert von der Idee gewesen war. Sie hatten alle gedacht, ich hätte ihr das eingeredet.

It was not the first time this has happened to me. Last time, one and a half years ago (little P was even younger than now!), we lived in Vienna in a part of town where hijabis where a common sight. We were going to have dinner with a goup of Turkish friends in a Turkish restaurant - so when little P insisted on keeping on the head scarf that she had asked me to put on her so that she could "pray like Mummy", I tried for some time to talk her out of it but finally resigned and gave in. Our friends, the majority of which did wear hijab, were all excited to see little P sporting her little pink head scarf (and God, did she look cute in it!) but even they were surprised when I told them later that it had been little P's wish to wear the scarf and that I had initially not been to fond of the idea. All of them thought I had talked her into wearing it.

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Und genau das war der Grund, weshalb ich nicht wollte, dass das P-linchen ihr Kopftuch anließ, als ich vor ein paar Tagen in fast der selben Situation wieder wiederfand. Das P-linchen hatte ein Kopftuch angezogen, um mit mir zu beten. Jetzt, wo wir auf den Spieplatz gehen wollten, weigerte sie sich, es auszuziehem. 

Argh, was machst du in solch einer Situation?

And that is precisely the reason why I did not want to let little P keep her head scarf on when a couple of days ago again I found myself in a very similar situation. Little P had put a scarf on to pray with me. Now that we wanted to go to the playground, she refused to take it off.

Argh. What do you do in such a situation?

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Ich wusste, dass, wenn wir so das Haus verließen, in eine Gegend, in der ich kaum mal eine andere Kopftuchträgerin sehe, die Leute vom Schlimmsten ausgehen würden. Sie würden denken, dass das arme kleine P-linchen von ihren extremistischen Eltern, die ihm eine unbeschwerte Kindheit verwehren, dazu gezwingen wird, Kopftuch zu tragen. Es wäre etwas anderes gewesen in unserem alten Viertel in Wien. Es wäre in Ostlondon etwas anderes gewesen. Aber hier, in diesem Teil unserer Stadt in Deutschland, würde es die schlimmsten Annahmen, die die Leute über Muslime und Kopftuchträgerinnen haben, bestätigen. Das wollte ich ganz bestimmt nicht.

I knew that if we left the house like this, in an area where I hardly ever see a fellow hijabi, people would assume the worst. They would think poor little P was being forced to cover by her extremist parents who were depriving the pitiable child of a carefree childhood. It would have been different in our old neighbourhood in Vienna. It would have been different in East London. But here, in this part of our town in Germany, it would confirm people's worst assumptions about Muslims and hijabis. I certainly did not want this. 

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Aber anderseits, wollte ich nicht, dass das P-linchen Hijab als etwas Schönes betrachtet? Wollte ich nicht, dass sie stolz ist, es zu tragen? Wollte ich sie nicht dazu ermutigen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen? Dachte ich etwa nicht, dass man als Eltern seinem Kind nur das vorschreiben sollte, was wirklich notwendig ist, und ihnen, wenn immer möglich, die Freiheit lassen sollte, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen?

But then, didn't I want little P to be excited about hijab? Didn't I want her to be proud to wear it? Didn't I want to encourage her to make her own choices? Didn't I think that as parents we should impose on our childen only what is truly necessary and let them make up their own mind whenever possible?

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"Nein, P-linchen, das kannst du nicht draußen tragen."

"Warum nicht, Mama?"

"No, little P, you cannot wear this outside."

"Why not, Mummy?"

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Ich zögerte, stotterte, sagte etwas, fügte noch etwas hinzu und brachte schließlich eine Erklärung hervor, die sich, ich war überrascht, einmal ausgesprochen, besser anhörte, als ich es erwartet hatte: "Hijab ist nichts für kleine Mädchen, P-linchen, das kannst du tragen, wenn du so groß wie die Mama bist". Das P-linchen nickte veständnisvoll. Ich war erleichtert, als sie endlich das Kopftuch abnahm. Aber gut angefühlt hat es sich nicht.

I hesitated, stuttered, said something, added something else and came up with an explanation that, I was surprised, once uttered sounded better than I had expected: "Hijab is not for little girls, little P, you can wear it when you're big like Mummy". Little P nodded understandingly. I was relieved when she finally took her head scarf off. But it did not feel good. 

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Du bist also dagegen, Kindern Hijab aufzuzwingen, weil du meinst, dass das ihre persönliche Freiheit beschneidet, drängst aber deine Tochter dazu, es nicht zu tragen - anstatt ihr eine freie Entscheidung zuzugestehen?

Gut angefühlt hat es sich nicht.
 
So you are against imposing hijab on children because you think it limits their personal freedom, but then you manipulate your daughter into not wearing it instead of leaving the decision to her? 

It did not feel good.
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Mittwoch, 29. Mai 2013

Polkadots auf Rot || Polka dots on red

Das Thema hatten wir ja letztens - ich mag Polkadots. Vor allem auf (oder mit) Rot. Und Rot passt zu Jeans so gut. So kam das Outfit hier zustande. Mich nervt nur ein bisschen, dass ich dann wieder mit nem schwarzen Kopftuch da stand, was nicht unbedingt mein Favourite ist. Zu dunkel, zu klischeehaft, und auch nur bedingt meine Farbe. (He he he, das verdient fast nen separaten Post - die Farbe Schwarz aus Hijabi-Sicht. Mal sehen!)

We've talked about this recently - I like polka dots. Especially on (or with) red. And red looks nice with jeans. That's how this outfit ... happened :) I'm just a bit annoyed that I ended up again with a black head scarf. I try to avoid that. (I think) it's too dark, too cliché, and not really my colour. (He he he, sounds like this deserves a separate post - the colour black from a hijabi's perspective. Let's see!


Kopftuch: Whitechapel Market (3 GBP) x
Langarmshirt: Primark (3.50 GBP) x
Polka-dot-Bluse: Charity-Shop (4 GBP) x
Kleid: Esprit-Sale (23 EUR) x
Gürtel: gehört zu anderem Kleid x
Jeans: Charity-Shop (3 GBP) x
= 33.50 GBP | 39 EUR


Head scarf: Whitechapel Market (3 GBP) x
Long sleeve shirt: Primark (3.50 GBP) x
Polka dot shirt: Charity shop (4 GBP) x
Dress: Esprit sale (23 EUR) x
Belt: came with other dress x
Jeans: Charity shop (3 GBP) x
= 33.50 GBP | 39 EUR

 

Lustigerweise hat das P-linchen an eben diesem Tag auch weiße Polkadots auf Rot getragen. Also falls ihr letztens eine Mutter mit Kind, die beide Polkadots dolle zu finden schienen, gesehen habt - ja, das waren wir!

Funnily, little P was also wearing white polka dots on red that day. So in case you've recently seen a mother and her child who both seemed to like polka dots a lot - yes, that was us!

Montag, 5. November 2012

Rot mit schwarzen Punkten || Red with black spots

Ja, also so was tragen dann die coolen Kinder auf dem Spielplatz... ||
So, yeah, that's what the cool kids wear on the playground...


Marienkäfer-Gummistiefel für 7 GBP - I love Primark! ||
Ladybird welly boots for 7 GBP - gotta love Primark!
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Mittwoch, 4. Juli 2012

HijabMe

Hatte hier sonst noch jemand als Kind diese Papierbögen, aus denen man Frauen-, Männer-, Kinderfiguren ausschneiden konnte - und Kleider, Schuhe, Accessoires, die man ihnen dann "anziehen" (drauflegen und mit ein paar mal falten an den Körpern befestigen) konnte? Ja genau, so was!

Gibt es in der Zwischenzeit natürlich auch in digitaler Form. Und seit neustem auch in einer Hijab-Version... Gestoßen bin ich darauf durch Zufall auf der Seite Hijabtrendz, das Spiel heißt HijabMe, ihr findet es hier. Wie bei der Papierversion kann man sich aussuchen, was man der Figur anzieht, Schuhe und Accessoires aussuchen, außerdem unter einer ganzen Menge von verschiedenen Kopftuchbindearten wählen, die Haar-, Augen- und Hautfarbe bestimmen und auch für alle Kleidungsstücke die gewünschte Farbe einstellen.

Das haben meine Freundin Nadia und ich gleich ausprobiert und heraus kam das hier:


Witzig, auf was für Ideen die Leute kommen, hm?


Did anybody else here play with paper dolls (yes, exactly, something like this) when they were younger? Of course, today, the game exists in digital form as well and now I have even come across a hijabi version of it! It's called HijabMe and you'll find it on the website Hijabtrendz where you can put whole outfits for your "doll" together...

Dienstag, 26. Juni 2012

Kind mit Kopftuch || Kids in Hijab


Ich habe noch nie so viele kleine Mädchen (und ich rede von 2-, 3-, 4-, 5-, 6-Jährigen...) mit Kopftuch gesehen wie hier in London. Wie man auf die Idee kommt, einem so jungen Kind ein Kopftuch aufzuziehen, ist mir ein Rätsel. In der Moschee oder auf dem Weg in den Qur'an-Unterricht - gut, meinetwegen. Aber was um Himmels Willen denkt ihr euch dabei, eine Sechsjährige mit Kopftuch (und am besten noch Mini-Abaya) auf den Spielplatz zu schicken oder zum Einkaufen mitzunehmen?

Hijab ist für Frauen gedacht, nicht für Kinder

Hijab ist dazu da, die Reize einer Frau zu bedecken. Was um Himmels Willen gibt es bei einer Vierjährigen zu bedecken? Mit Kopftuch und Abaya auf dem Spielplatz zu toben ist heiß, unbequem, gefährlich - und VOLLKOMMEN UNNÖTIG, weil Hijab für Frauen nach der Pubertät gedacht ist, für Frauen, die sich selbst dafür entschieden haben, aus Respekt vor einem Gebot, von dem sie glauben, dass es göttlichen Ursprungs ist, sich auf diese Art und Weise zu kleiden.

Der "Gewöhnungseffekt"...

Worum also geht es euch? Ist für euch jedes kleine Mädchen in erster Linie nicht Kind sondern Frau? Oder habt ihr eher den "Gewöhnungseffekt" im Kopf: "wenn sie von klein auf gewöhnt ist, Hijab zu tragen, wird sie es später auch tun, weil sie es einfach nicht anders gewöhnt ist"? Beide Vorstellungen sind Quatsch: ein Mädchen ist keine Frau, genauso wie ein kleiner Junge kein Mann ist. Und die Sache mit der Gewöhnung kann genauso gut nach hinten losgehen.

...kann genauso gut nach hinten losgehen

Ich kann ja verstehen, wenn ihr euch wünscht, dass eure Tochter eines Tages Hijab trägt. Aber was, wenn das Kind, sobald es alt genug ist, überhaupt keine Lust auf in irgendeiner Weise einschränkende Kleidung hat, weil es davon in seiner frühen Kindheit schon eine overdose bekommen hat und meint, jetzt nachholen zu müssen? Man hat nicht in der Hand, wie seine Kinder werden. Man kann eine Grundlage legen, durch Bildung und Erziehung, durch Vorbildsein - aber was am Ende bei rauskommt, das haben wir nicht in der Hand. Und wenn ihr die kleine Maryam in eine Burqa packt - das garantiert euch noch lange nicht, dass sie in 10 Jahren "maschaallah Hafez" und Vorbeterin in der lokalen Moschee ist (ups, dürfen Frauen ja gar nicht).

Fokus auf Äußerlichkeiten statt auf Bildung und Wissen

Aber vielleicht spiegelt das "Kind mit Kopftuch"-Phänomen auch nur eines der grundlegenden Probleme unserer Zeit wider: dass wir nämlich weitaus mehr Wert auf Äußerlichkeiten, auf den Schein legen, als auf Wissen, Bildung und entsprechendes Verhalten. Kleine Mädchen mit Kopftuch gibt es hier viele. Aber auch jede Menge muslimischer Kinder, die arabische Phrasen auswendig lernen, ohne auch nur ein Wort zu verstehen; oder denen die immer wieder gleichen leeren Antworten auf Fragen, die sie stellen (könnten, hätte ihnen jemand beigebracht, ihren Verstand kritisch einzusetzen - ja, auch um religiöse Dogmen zu hinterfragen - kein Glaube ist stärker als ein kritischer, reflektierter!), gegeben werden.

Ein kleiner Fundamentalist

Ja, und vielleicht trägt Klein-Amal das Kopftuch ja freiwillig, nicht, weil Mama, Papa, Oma, Opa es ihm aufgedrängt, schön geredet, aufgeschwatzt haben, sondern einfach, weil sie "groß" sein will, "so wie Mama", erwachsen... So wie das P-linchen letztens, das mich beim Kopftuchanziehen beobachtet hatte und dann darauf bestand, auch eins anziehen zu dürfen. Als Mama dann, als es darum ging, das Haus zu verlassen, meinte: "Ok, und jetzt ziehen wir es wieder aus, ja?", sich standhaft weigerte und darauf beharrte, sein Kopftuch auch draußen anziehen zu dürfen. Tja, dann habt ihr halt einen kleinen Fundi zu Hause. Und das ist etwas anderes. Seinem Kind einen Iro zu rasieren, wenn es darum bittet und bettelt, ist in Ordnung. Es (mit was auch immer) dazu zu drängen, sich endlich eine abgefahrene Punkfrisur zu rasieren, nicht.

I have never seen as many little girls wearing a headscarf as here in London. I don't get why anybody would want to put a headscarf (and maybe even a mini-abaya) on a two-, three-, four-, five-, six-year old. Hijab is meant to cover a woman's beauty. A child wearing hijab just does not make any sense. Hijab should be worn by an adult woman who has decided to do so out of respect for this rule which she believes to be of divine origin. 

So why would you decide to cover up your little girls like this? Is it because for you, every little girl is a woman? That's nonsense, a girl is not a woman, just as a boy is not a man. Or do you want your little one "get used to it" assuming she will continue to wear it when she's older? This kind of reasoning could actually prove to be countereffective. What if the little girl once she's old enough to make her own choices is not interested in any kind of modest clothing any more because she's had an overdose of it as a child? Our children's future is not in our hands. We can try to lay a solid foundation by providing them with an education, with knowledge and by trying to be a good example. But simply putting a headscarf on little Maryam won't guarantee that ten years from now she'll be "mashaallah Hafez" or imam of the local mosque (oops, not possible for a woman anyway...).

But maybe the "little girl with headscarf" phenomenon is just a reflection of one of the major problems of our time: that we spend to much time and effort on outward appearances instead of knowledge, education and behaviour. There are a lot of little girls wearing hijab in this city. But there are also lots of little Muslims who are made memorise Arabic phrases without even understanding a single word of it. Little Muslims who are given the same standard answers to questions they (could) ask (if only somebody had taught them how to think critically and question common knowledge - and yes, that includes religious dogma - no faith is stronger than the faith of a critical, self-reflexive believer). 

But maybe your little girl wears her hijab out of her own choice. Like little P did the other day when she decided she did not only want to put a headscarf on while we were playing at home but insisted on wearing it when we had to go out, too. Well, in this case... it looks like you have a little extremists at home. And that's fine. It is absolutely no problem to help your kid shave her hair into some freaky kind of hair style when she has been begging you to give her a hand with it. But trying to manipulate her into doing it is not.
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Sonntag, 17. Juni 2012

Kleiderfragen || Clothes issues

Letztens, in einer großen deutschen Stadt. Lieselotte sitzt in ihrem schicken neuen Minikleid (dem hellroten, mit den bunten Streifen) vor der Pizzeria, das Lieschen schläft neben ihr im Buggy. Eine Frau, so um die 50, mit langen schwarzen Haaren und grauen Augen läuft in Begleitung eines vielleicht zehn Jahre älteren Mannes, der seine langen hellgrauen Haare in einem Zopf zurückgebunden über einer schwarzen Lederjacke trägt, an ihr vorbei. Sie sieht Lieselotte etwas zu lange an, so lange, bis das Sehen zu einem Starren wird. Lieselotte guckt zurück.

Die Frau (zu dem Mann, aber laut genug, dass Lieselotte es hören kann): "Also, das die so mit ihrem Minikleid rumlaufen müssen...!"
- Kurze Pause, Lieselotte begreift, dass die Frau etwas zu laut gesprochen hat, als dass damit nur der Mann gemeint wäre -
Lieselotte: "Naja ... jedem das Seine, oder?!"
Die Frau (bleibt kurz stehen, sieht Lieselotte an): "Nein! Das macht ihr doch nur für die Männer!"
Lieselotte (während die Frau schon wieder weiter läuft): "Das wissen Sie doch gar nicht, ob ich das für die Männer trage..."
Die Frau: "Doch, das hat mir eine Türkin letztens gesagt!"
Lieselotte: "Ich bin aber keine Türkin..."
Aber da war sie schon weg, die Frau.

So. Und jetzt tauschen wir das Wort Minikleid gegen Kopftuch aus - und ihr wisst, was mir letztens abends passiert ist...

Zuerst erschienen auf Und das meint Lieselotte 

On a sunny spring day in a nice German city a middle-aged woman agressed me in the street because of the miniskirt I had chosen to wear. Without listening to what I might have to say, she vividly expressed her belief that the only reason I wore it was because of "the men". (Now replace the word miniskirt with headscarf and you'll know what happened to me the other day.)
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Samstag, 16. Juni 2012

Ich bin ein Flohmarktfan || I love flea markets

Im Sommer vor zwei Jahren war ich seit einer Ewigkeit zum ersten Mal wieder für mich auf einem Flohmarkt. Seitdem habe ich mir - außer im Schlussverkauf - keine neuen Kleider mehr gekauft.

Kindheitstrauma

Als Kind war ich oft auf dem Flohmarkt, mit meiner Mutter, und konnte nicht verstehen, wie sie sich gefühlte Stunden lang durch Berge an alten Klamotten wühlen konnte. Strunzlangweilig war das. Meine Schwester hatte dann irgendwann in ihren Teeniejahren auch noch mal eine Flohmarktphase, aber ich war - das kindheitliche Trauma musste erst einmal verarbeitet werden - dort Jahre nicht mehr.

Für nur ein paar Euro

Als dann das Lieschen geboren wurde, wurde ich auf die Baby- und Kinderflohmärkte in unserer Umgebung aufmerksam. Verrückt, dass man dort für nur ein paar Euro massenweise gut erhaltene, wunderschöne Kinderkleider bekommen konnte. Ich hab bis heute für das Lieschen nur Unterwäsche neu gekauft - und mal ein paar Strumpfhosen oder eine Mütze, wenn ich dringend was brauchte, aber kein Flohmarkt in Reichweite war. Alles andere war neu oder gebraucht geschenkt oder vom Flohmarkt.

Dreißig Euro - ein Jahr

Als das Lieschen ein Jahr alt war, hab ich auf dem Flohmarkt bei uns für dreißig Euro drei große Tüten voll mit Kleidern, Spielzeug und Büchern gekauft - und das ganze nächste Jahr über kein Geld mehr für Kinderkleider ausgegeben. Von wegen, Kinder kosten so viel...

Kein Geld mehr für neue Kleider

Und im Sommer vor einem Jahr war ich dann auch für mich wieder auf einem Flohmarkt. Habe drei schicke Businesshemden für die Arbeit für insgesamt zwei Euro gekauft, eine Tasche für zwei Euro und jede Menge Langarmhemden aus Baumwolle für nur einen Euro. So ein Hemd kostet bei H&M neu mindestens 8 EUR, oft sogar 10. Ich habe mir damals vorgenommen, kein Geld mehr für neue Kleider auszugeben. Unterwäsche, Socken und Schuhe ausgenommen habe ich mich bis jetzt daran gehalten, neu nur im Schlussverkauf gekauft, wenn ein neues Kleid statt 40 EUR plötzlich nur noch 10 kostet.

Neu nur im Schlussverkauf

Mir ist es in der Zwischenzeit ein paar Mal passiert, dass ich ein wunderschönes Kleid im Geschäft gesehen habe, dass ich oh so gerne haben wollte, es aber dann doch an der Stange haben hängen lassen, weil ich keine 30, 40, 50 EUR für ein Stück Stoff ausgeben wollte - und zwei, drei, vier Wochen komme ich durch Zufall wieder in den Laden und das gute Teil kostet nur noch 10 EUR oder vielleicht 15. Weshalb also sollte man den teureren Preis zahlen? Bei Kinderkleidern kommt der Vorteil, dass alle Chemikalien, die sich in unseren Textilien finden, in der Zwischenzeit garantiert rausgewaschen sind. Und auch aus ökologischer Sicht macht es Sinn, gebrauchte Kleider weiter zu tragen. Ich bin ein Flohmarktfan - geworden.

Zuerst erschienen auf Und das meint Lieselotte.  


I love flea markets. You get nice clothes at a fraction of the original price, save loads of money and help protect the environment. When my daughter was a year old, we went to the local flea market, spent around 30 EUR on three bags full of clothes, books and toys - and that was about it, as far as depenses on clothes for her during the following year were concerned. (Who said kids were expensive?!) Since then, I've tried to buy my clothes on flea markets, in charity shops or on sale - but definitely not at the regular price any more!